Stanglpass

Weltmeisterschaft: die volle Dröhnung Fußball!

Geht es nur mir so oder bin ich einer von vielen, der in diesen Tagen buchstäblich „von Spiel zu Spiel“ denkt? Die Fußball-Weltmeisterschaft lässt die Öffentlichkeit nicht locker, an den scheinbar unmöglichsten Orten steht ein TV-Kastl, das seine Rezipientinnen und Rezipienten nahezu hypnotisiert (auch wenn Saudi-Arabien auf Ägypten trifft). Auch bei mir zu Hause wird das sonst die meiste Zeit fast sträflich allein gelassene Gerät plötzlich übermäßig strapaziert. Wie Gläubige, die zur Messe gehen, pilgern Menschen zu Public-Viewing-Arenen oder in Gastgärten, um der kickenden Arbeiterschaft beim Hackeln zuzusehen. Das ist der Alltag vieler, seit nunmehr zwei Wochen.

Doch heute, am 29. Juni 2018, ist ein besonderer Tag: der Tag nach der Vorrunde, der Tag als Puffer vor der K.O.-Phase, der erste Tag seit zwei Wochen ganz ohne Fußball.

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Es stellt sich also für einen Tag wieder der ganz normale Alltag ein, jener immerwährende Alltag ganz ohne das runde Leder, aufgelockert nur durch einzelne brisante Champions League-Spiele am Mittwoch. Kaum auszudenken, was passiert, wenn die WM dann Mitte Juli vorbei ist! Liebe Aficionados des runden Leders: ihr werdet es überleben! Schon am Samstag ist die Entziehungskur vorbei! Und mit Argentinien gegen Frankreich wartet auch ein nominell attraktives Achtelfinale für die nächste (Über)dosis.

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Krestowski-Stadion in St. Petersburg

Was bleibt ansonsten von diesem Turnier? Zum einen sind Orte wie Wolgograd, Samara oder Saransk erstmals auf der internationalen Fußball-Landkarte. Zusätzlich gibt es bis dato zumindest keine öffentlich publik gewordenen Klagen über den Veranstalter. Für die Russen läuft also (auch durch den Achtelfinaleinzug der Sbornaja) scheinbar alles nach Plan.

Auch gibt sich kein richtiger Favorit eindeutig als solcher zu erkennen. Von Frankreich über Brasilien bis hin zu Spanien oder Argentinien verhalten sich die großen Namen des Weltfußballs bis dato eher diskret, was ihre Leistungen anbelangt. Belgien und England haben ihre mindestens eine Klasse schwächeren Gruppengegner „abgeschossen“. Und der Weltmeister, die „Mannschaft“, „Jogis Jungs“, liefert sogar eine historische Zäsur und fährt nach der Vorrunde zurück in die Heimat.

Was fällt sonst noch auf? Kein afrikanisches Team im Achtelfinale, Elfmeter noch und nöcher, Cristiano Ronaldo gibt sich beim Torjubel als „GOAT“ (Greatest of All Time) und gewisse Namen – leider auch Österreich –  fehlen bei dem heurigen Fußball-Kräftemessen (liebe Grüße auch nach Italien oder in die Niederlande).

Die fehlende Überlegenheit einzelner Teams sorgt jedoch nichtsdestotrotz für Spannung. Niemand war bis jetzt haushoch überlegen, manche bewahren sich heldenhafte Leistungen möglicherweise erst für die letzten vier Spiele bis zum goldenen Pokal auf. Wer diesen letztendlich gewinnt? Ich war noch nie ein guter Weltmeister-Tipper. Nur eines weiß ich ganz gewiss: die nach dem Last-Minute-Sieg gegen Schweden schon wieder als „Turniermannschaft“ bezeichneten Deutschen werden es diesmal nicht.

In diesem Sinne: Brot und Spiele, lasset die entscheidende Phase beginnen, in der sich Millionen Menschen wieder die volle Dröhnung an Rasensport geben, bis dann am 15. Juli ein neuer Titelträger den Pokal in den Händen halten darf.

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